Seitensprünge
Moralischer Verfall oder Lustgewinn? Heutzutage wird geheiratet, eine vermeintlich feste Beziehung eingegangen und dann fremd gegangen. Schaut man sich die unzähligen Anbieter von Seitensprüngen an, so könnte man meinen, Seitensprünge wären legalisiert worden.
Kaum zu glauben, dass man sich mittlerweile fast schämen muss, wenn man Treue erwartet und sagt, dass man Seitensprünge ausschließen kann und dies auch erwartet.
Warum kommt es überhaupt zu Seitensprüngen? Welche Versprechungen, Erwartungen hat Mann oder Frau davon? Schon während der Kindheit erntet der Mensch für Fehler und Schwächen Ablehnung. In einer Beziehung ist das nichts anderes. Spricht der Partner Schwächen an, reagiert der Gegenüber trotzig und wird – wie einst als Kind – sehr verletzt. Aus diesem Grund gehen Paare Ansprachen aus dem Weg, anstatt sich mit Schwächen zu konfrontieren uns letztendlich auseinanderzusetzen. Anstatt ein Gespräch als Chance für die Beziehung zu begreifen, suchen sie die Lösung in der Flucht. Trifft eine Person, die sich in seiner Beziehung in allen Belangen unbefriedigt fühlt, just in dem Moment der Unzugänglichkeit auf eine andere, scheinbar passende Person, um den Frust abzubauen, scheint es als die bequemste Lösung. Seitensprünge dienen dazu, sich das zu holen, wonach man sich bei dem Lebenspartner so sehr sehnt. Mit einem solchen Seitensprung schürt man die Hoffnung, das Beziehungsmodell ohne Veränderungen erhalten zu können.
So sind also Seitensprünge die Folge von Kommunikationsproblemen und mangelnder Beziehungsarbeit. Es scheint aber in der Tat auch Seitensprünge zu geben, die nicht auf eine schlechte Partnerschaft zurückzuführen sind, die „einfach so“ passieren, beziehungsweise aus den Ansprüchen, die die Gesellschaft uns im Laufe der Zeit aufdiktiert hat: Sex sells!
Gründe zu einem Seitensprung und deren Folgen sind schon Material für viele Bücher geworden. Die Theorie, dass Seitensprünge durch die Erschütterung der Beziehung eine ungekannte Intensitivität erlangen KANN, ist unumstritten. Man lernt ein Leben lang – auch als Paar.
Auch wenn es moralischen Verfall gibt: Es gibt sie noch, die Menschen, die der Meinung sind: Liebe ist, wenn Treue, Spaß macht!

