Monogamie
Monogam zu leben, bedeutet, die einmal eingegangene Partnerschaft ein Leben lang beizubehalten, ohne jemals einen Seitensprung zu machen. Eine Gemeinschaft auf allen Ebenen des Zusammenlebens ist ein Ideal, das für viele moderne Menschen unmöglich zu sein scheint.
Dennoch nimmt man es sich bei der Eheschließung vor. Man hat den festen Willen, dem geliebten Partner immer treu zu sein. Schön, wenn es gelingt, denn auch in unseren modernen Zeiten ist das Ideal der Monogamie zunächst als grundlegender Wunsch vorhanden. Es hat ja auch viele Vorteile, wenn man das Glück hat, mit einem Partner zusammen alt werden zu können. Eine Voraussetzung dafür, dass man die lebenslange Monogamie auch wirklich als Glück empfindet, ist Zufriedenheit. Eine erzwungene Treue, die man sich aufbürdet, nur um ein ehemaliges eigenes Idealbild zu erfüllen, macht unglücklich. Eine glückliche Beziehung bekommt man nicht geschenkt, man muss daran arbeiten. Diese Aussage machen nicht nur Psychologen, vielmehr hört man sie von erfahrenen Paaren. Darin liegt viel Wahrheit und auf das Ideal der Monogamie bezogen, bedeutet diese Erkenntnis, dass man ein Leben lang daran arbeiten muss, dass die Partnerschaft glücklich bleibt. Weil das längst nicht mehr bei jeder Partnerschaft klappt, ist man bei kirchlichen Trauungen dazu übergegangen, den Satz „bis dass der Tod euch scheidet“ umzuwandeln. Nun verspricht man sich gegenseitige Achtung, solange die Liebe uns verbindet, oder in ähnlichen Formulierungen, die eine Möglichkeit der Loslösung bereits von vornherein offen lässt. So lebt man also in Monogamie solange, bis sich etwas anderes ergibt. Das ist modern und zeitgemäß – und verhindert lebenslang unglücklich zu sein, falls es mit der monogamen Beziehung nicht klappt.

